Deutsche Jugendmeisterschaften 2015

 

Es war der erhoffte gelungene Abschluss einer ohnehin erfolgreichen Wettkampfsaison für die jungen Sportler/-innen des RC Möve Großauheim. Bei den diesjährigen Meisterschaften der Altersklassen U17, U19 und U23 gab es gleich dreimal Edelmetall und weitere vordere Platzierungen. Die Regattastrecke rund um den Fühlinger See bot über die vier Wettkampftage gute und faire Bedingungen, einzig der Tag der Halbfinals ließ das Rudern durch kräftigen Schiebewind und Wellengang zu einem Balanceakt werden.

Koeln 2015Eine rundum gelungene Meisterschaft durchlief die noch 14-jährige Celina Waldschmidt in der U17 Leichtgewichtsklasse. Souverän ruderte sie durch Vor- und Hoffnungslauf in die Runde der besten 12 und hatte somit schon die Zielstellung erfüllt. Im Halbfinale fuhr Waldschmidt ein taktisches Rennen und sparte Körner für das B-Finale, in dem es für sie auch bereits um die Empfehlung für den Landeskader in der nächsten Saison ging. Hier zeigte sie ihr stärkstes Rennen und kam in einem spannenden Finish auf einem guten dritten Platz ein. In der Endabrechnung bedeutet das Platz 9 bei 23 gestarteten Booten und die Einstufung in den Landeskader als schnellstes hessisches Boot.

Ebenso kontrolliert erreichte Wiebke Hanack bei den U19 Juniorinnen die Runde der besten 12 Einerfahrerinnen. Leider konnte sie bei den anspruchsvollen Bedingungen im Halbfinale nicht ihre Form abrufen und blieb mit niedriger Schlagzahl unter ihren Möglichkeiten, so dass zwei zuvor im Vorlauf bereits geschlagene Gegnerinnnen davon ziehen konnten. Im Rennen um die Plätze 7 bis 12 war es dann der erwartete Zweikampf mit der Ruderin aus Würzburg, welche sich im Finale der Regatta Hamburg noch deutlich vor Hanack platzieren konnte. Im Ziel ein knapper Vorsprung für Würzburg, aber ein Duell auf Augenhöhe und ebenso die eindeutige Empfehlung für den Landeskader sowie eine erfreuliche Perspektive für zweite Jahr in der U19-Klasse.

Mit den lautesten Paukenschlag der Meisterschaftsfinals verursachte die hessische Auswahlmannschaft im Vierer-ohne der U17 mit den Möve-Talenten Lisa Holbrook und Emma Samek im Mittelschiff. Nach einem durchwachsenen Weg in das Finale über Vorlauf und Hoffnungslauf war es am Sonntag der Ritt auf der Kanonenkugel, so dass sich der Regattasprecher beim Kommentieren überschlug und das Rennen an Dramatik kam zu überbieten war. Für über 1000m des Rennens waren drei Mannschaften fast genau auf einer Höhe mit durchgehend leichten Vorteilen für die Mannschaft von Main und Lahn. Doch kurz vor der Ziellinie kam der erwartete Angriff des hoch favorisierten Teams aus Niedersachsen, welche der hessischen Mannschaft hauchdünn die Goldmedaille wegschnappte. Riesig war dennoch der Jubel bei Mannschaft und Trainern über die völlig überraschende Silbermedaille als absoluter Außenseiter. Die vier Ruderinnen waren aber auf den Tag genau topfit und fuhren das Rennen ihres Lebens, so dass die restliche Konkurrenz aus der Bundesrepublik deutlich distanziert werden konnte.

Noch einen drauf setzen konnte das U17-Projekt des hessischen Ruderverbandes im Doppelvierer mit Steuerfrau. In der ganzen Saison in Medaillenreichweite gewesen, würde es im Meisterschaftsfinale auf einen Vierkampf zwischen Hessen, Niedersachsen und den Sportschulen aus Ratzeburg und Potsdam hinauslaufen. Nichts anmerken ließen sich Emma Samek und ihre Partnerin aus Wetzlar vom Doppelstart und dem Vierer-ohne Finale nur zwei Stunden zuvor. Mit mutiger Taktik und sauberer Wasserarbeit ließ die Mannschaft dem Boot aus Ratzeburg keine Chance und ruderte im Ziel noch stark in Richtung Silbermedaille auf. Gold ging ungefährdet an die Favoritinnen aus Potsdam. Doch das Meisterstück war geglückt und der Doppelstart ein voller Erfolg, Samek und Ann-Kathrin Müller waren somit die einzigen Ruderinnen der U17, die in den Finals gleich zweimal Medaillen in Empfang nehmen konnten, was die Stärke der Großauheimer Nachwuchsarbeit unterstreicht.

Ein Wahnsinnsrennen lieferte sich auch die männliche Auswahlmannschaft aus Hessen im Achter gesteuert durch Möve-Steuermann Jarno Weßelmann. Nach dem unglücklichen Aus des Vierer-mit im Hoffnungslauf stecke die Mannschaft die gesamte Energie in das Achterfinale und legte sich für 500m vor die eigentlich nicht zu schlagenden Teams aus Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Zwar kamen diese beiden Teams ganz stark auf der zweiten Streckenhälfte auf und lieferten sich einen gnadenlosen Zweikampf, doch konnten dadurch die drei anderen Mannschaften auf Distanz gehalten. Somit belohnte sich die Mannschaft für die harte Trainingsarbeit mit Edelmetall und trug zur hervorragenden Bilanz der hessischen Projektboote bei.

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