Bundeswettbewerb in Wolfsburg

Beim diesjährigen Bundeswettbewerb der Jungen und Mädchen gelang es der Möve-Mannschaft das fulminante Ergebnis des Vorjahres zu übertreffen und die führende Position in Hessen auszubauen. Mit zwei Gesamtsiegen und fünf Medaillen insgesamt sucht das Möve-Resultat landesweit seinesgleichen und orientiert sich eng an den drei stärksten Vereinen aus ganz Deutschland.

Insgesamt fünf Möve-Boote hatten sich beim vorangegangenen Landesentscheid die Starterlaubnis für die nationalen Meisterschaften errudert und kämpften bei schönstem Sommerwetter auf dem idyllischen Allersee um Titelehren.

BW_WolfsburgBereits am Freitagmorgen musste sich die Großauheimer Mannschaft, die in Wolfsburg die Farben der Hessischen Ruderjugend vertrat, über die 3000m-Langstrecke beweisen und sortierte sich darüber in die sonntägigen Finals der Bundesregatta ein, in denen Deutschlands schnellste Nachwuchs-Ruderer ermittelt werden. Alle Möve-Boote gingen bestens vorbereitet und hoch motiviert in ihre Rennen und liefen unter größten Anstrengungen zur Höchstform auf. Der völlig überraschend für den Bundeswettbewerb qualifizierten Jaqueline Rehner gelang es drei Mannschaften hinter sich zu lassen. Auch der „schwere“ Jungendoppelzweier mit Johannes Höfling  und Julian Voßköhler wusste zu überzeugen und setzte sich vor fünf Konkurrenten. Die 13-jährige Emma Samek ließ sich trotz der Bedeutung, in Wolfsburg waren insgesamt ca. 1 000 Kinder am Start, der Veranstaltung nicht verunsichern und zeigte eine bärenstarke Leistung über die Langstrecke. Die beiden Wenden absolvierte sie meisterlich und ordnete sich völlig überraschend auf dem zweiten Platz im 21-Boote-Feld ein.

Die routinierte letztjährige Gesamtsiegerin, Wiebke Hanack, konnte rudertechnisch nicht gan ausschöpfen,  jedoch ließ sie ihr starker Kampfgeist auf drei Konkurrentinnen auffahren, so dass die erreichte Zeit sie direkt an die Spitze der Wertung katapultierte. Fünfundzwanzig Sekunden betrug der Vorsprung auf die zweitplatzierte Gegnerin aus Wiesbaden, was mit dem Titel der Bundessiegerin belohnt wurde. Die Gunst der Stunde nutzten ebenfalls Iris Slaghuis und Katrin Rehner im Mädchenzweier. Ein toller Schlussspurt führte zu Silber, zum zweiten Gesamtplatz und zur Startberechtigung im Finale der schnellsten Zweiermannschaften.

Durch ihre ausgezeichneten Leistungen auf der Langstrecke wurden die vier Ruderinnen Emma Samek, Wiebke Hanack, Katrin Rehner und Iris Slaghuis zum Talentelehrgang der Deutschen Ruderjugend eingeladen. Diese Einladungen haben in Nachwuchskreisen höchste Bedeutung und stellen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft als Juniorruderer.

Das bereits beeindruckende Ergebnis der Langstrecke konnte das Möve-Team, geführt durch das Trainergespann Melinda Rehner und Max Schreiber, auf der abschließenden Bundesregatta über 1000m noch übertreffen. Die äußerst schwierigen Ruderbedingungen bei böigem Gegenwind und Wellengang zollten ihren Tribut, so dass den Sportlern alles abverlangt wurde. Die junge Emma Samek kam mit den Bedingungen nicht zurecht und konnte ihre physische Überlegenheit nicht ausspielen. Vom Start weg fand sie nicht ins Rennen und musste sich mit dem fünften Platz drei Sekunden hinter der Drittplatzierten zufrieden geben. Der Jungendoppelzweier zeigte ein packendes Finale und sicherte sich mit einem mitreißenden Schlussspurt die Silbermedaille. Die erst seit vier Monaten im Rennboot rudernde Jaqueline Rehner zeigte eine starke erste Streckenhälfte, musste im Endspurt jedoch Lehrgeld bezahlen und kam knapp auf dem sechsten Platz ein. Nach einer verhaltenen Startphase sicherte sich Leichtgewichtsruderin Wiebke Hanack in einem Herzschlagfinale zum wiederholten Male den Gesamtsieg im A-Finale. Bis zur Ziellinie hängte sich die starke Ruderin aus Eberbach an Hanacks Bootsheck und trieb somit die beiden Ruderinnen zur Höchstleistung an, so dass der Rest des Feldes weit abgeschlagen auf den Platzierungen einkam. Unter den Anfeuerungsrufen von Trainern und mitgereisten Fans hielt Hanack jedoch allen Angriffen der Konkurrentin stand und sicherte sich die Goldmedaille mit einer Sekunde Vorsprung.

Doch auch das erste Finale im Mädchenzweier mit dem Möve-Ruderinnen Katrin Rehner und Iris Slaghuis ließ sich an Spannung kaum überbieten. Bei Streckenhälfte inmitten einer starken Vierbootegruppe unterwegs, gelang es beiden sich durch einen Zwischenspurt leicht nach vorne zu schieben und sich im Schlussspurt fast schon kontrolliert mit über einer Bootslänge von den Gegnerinnen aus Nürtingen und Witten zu lösen. Auf der Ziellinie gab es keine Zweifel darüber wer dem Rennen seinen Stempel aufgedrückt hatte und die Freude bei allen Beteiligten kannte keine Grenzen mehr. Hatte man denn keinen geringeren als die letztjährigen Gesamtsiegerinnen aus Witten geschlagen und somit den zweiten Gesamtsieg an den Main geholt.

Diese einmaligen Ergebnisse sind für sich betrachtet natürlich überragend, doch zeigt sich erst im landesweiten Vergleich welche Qualität die Großauheimer Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren angenommen hat, da man mit drei A-Finalteilnahmen und zwei Gesamtsiegen sowohl in Hessen einsam an der Spitze liegt als auch die Erfolge der letzten Jahre und die Dominanz auf den Hessischen Meisterschaften keine Eintagsfliege gewesen sind. Vielmehr geht es für die Möve im Nachwuchsleistungssport weiter bergauf, so dass auch zukünftig auf das Vermögen von Sportlern und Trainer gebaut werden kann und durch den passionierten Einsatz von Mensch und Material vergleichbare Erfolge im Kinder- und Juniorrudern erzielt werden können.

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